Am 18. Oktober präsentierten wir vom Frauen*musikzentrum Hamburg bei „Operation Ton“ einen Gesprächs- und Mitmachbeitrag zum Thema „Gendergerechtes Booking in der Musik – mehr Vielfalt, weniger Patriarchat“.
Es entstand ein vielseitiges Format, das Information, Austausch und Beteiligung miteinander verband.

Wir starteten mit einem interaktiven Quiz, das die Besucher:innen direkt einbezog:
Welcher Hamburger Club hat das diverseste Line-up? Wie viele FLINTA*-Acts stehen durchschnittlich auf Festivalbühnen? Mit solchen Fragen wollten wir ein Bewusstsein schaffen für Strukturen, die viele von uns im Alltag spüren, aber selten in Zahlen sehen.

Im Anschluss folgte ein Meinungsspiel, bei dem sich das Publikum im Raum positionieren konnte – wortwörtlich. Aussagen wie „Ich finde, dass FLINTA*– und BIPoC-Artists in Hamburg ausreichend sichtbar sind“ sorgten für lebhafte Diskussionen. Es ging nicht darum, Recht zu haben, sondern zuzuhören, sich zu bewegen – im Raum und im Denken.

Diese Dynamik führte direkt zu der Frage: Wie lässt sich Vielfalt eigentlich greifbar machen?

An dieser Stelle stellte Tutku Kaplan des Kaplan Diversity Score (KDS) vor – ein Modell, das versucht, strukturelle Diversität in Kulturinstitutionen sichtbar und messbar zu machen. Das Modell basiert auf drei zentralen Faktoren: Macht, Sichtbarkeit und Räume – ergänzt durch verschiedene Diversitätsdimensionen (FLINTA*, BIPoC, LGBTQIA+, Menschen mit Behinderung oder Neurodiversität).

Durch diese Formel lässt sich nachvollziehen, ob eine Organisation wirklich gleichberechtigte Strukturen lebt oder ob Diversität nur symbolisch stattfindet. Der KDS versteht sich dabei nicht als Bewertungssystem, sondern als Werkzeug für Transparenz, Reflexion und Veränderung.

Die Resonanz war groß: Viele Teilnehmende erkannten sich in den Beispielen wieder, stellten Fragen zur praktischen Anwendung und zeigten Interesse am Modell. Besonders spannend war, dass sich in den Gesprächen der Wunsch zeigte, Diversität nicht nur in der Theorie, sondern auch quantitativ nachvollziehbar zu gestalten – als Grundlage für faire Entscheidungen und zukunftsfähige Kulturarbeit.

Zum Abschluss tauschten wir uns über Netzwerke, Strategien und Handlungsmöglichkeiten aus – und wie sich Strukturen verändern lassen, wenn Sichtbarkeit, Macht und Räume bewusst neu verteilt werden.

Wer mehr über das Kaplan Diversity Score Modell (KDS) erfahren möchte, findet auf unserer Website das ausführliche Kaplan Diversity Score Konzeptpapier mit allen Berechnungsgrundlagen, Beispielen und Anwendungsmöglichkeiten.

Offiziell veröffentlicht auf Zenodo unter der DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.17486977

Download Link : Kaplan Diversity Score Konzeptpapier

DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.17486977